On the road again ...

24März2013

 Die letzten Wochen im Hotel sind dann doch wahnsinnig schnell vergangen. Abschied nehmen ist immer wieder schwer. Aber es war dann
doch wirklich Zeit zu gehen. Es war ein lachendes und ein weinendes Auge. Alle
sind irgendwie zusammen gewachsen. Und so hart die Arbeit auch manchmal war,
möchte ich die Zeit doch nicht missen. Am 07. März haben wir den Bus nach
Christchurch genommen. Wie wir so sind natürlich ohne vorher ein Hostel zu
buchen. Es wird schon was geben. Die Stadt ist ja so groß. Das zu diesem
Zeitpunkt eine Flowershow im Gange war und alle Hostels, Hotels und Motels
ausgebucht waren, damit haben wir nicht gerechnet. So standen wir nun mit dem
ganzen Gepäck mitten in Christchurch. Überall nur Schilder – „No Vacancy“.
Unser letzter Ausweg – unser Ziehpapa Alex. Wir sollen ihn jederzeit anrufen,
wenn wir nicht weiter wissen. Gesagt, getan. Er hat uns dann das letzte
verfügbare Hostel im Internet rausgesucht. Erstmal Erleichterung. Als uns das
Taxi dann aber immer weiter rausfuhr aus der Stadt wurde uns schon mulmig. Der
Fahrer stoppte an einem heruntergekommenen Hostel auf dem Hinterhof und ein
kleiner Japaner mit mittelmäßigen Sprachkenntnissen öffnete die Tür. Das
„Zimmer“ – ein Loch mit Bett. Und hier sollten wir zwei Tage schlafen? Nunja!
Erstmal was zu essen finden. Mittlerweile war es fast neun Uhr! Unsere Laune
auf dem Tiefpunkt. Naja am nächsten Tag wollten wir sowieso nach Hanmer Springs
und uns einen Spa Tag gönnen! Die Nacht war so lala. Die Steckdosen im Zimmer
hatten keinen  Strom. Handy und Laptop
waren leer. Wir hatten keine Ahnung wann der Shuttle nach Hanmer Springs fahren
würde. In der Mall haben wir uns dann eine Steckdose gesucht und bei Mc Donalds
gabs freies Wlan. Und – na klar, der Shuttle war schon weg. Mh, dann gehen wir
halt shoppen und fahren morgen, dachten wir. Auch gut! Leider ist shoppen
wirklich alles was man momentan in Christchurch machen kann. Dann noch ein
kleiner Abstecher nach New Brighton an den Strand und dann war der Tag schon
wieder um. Voller guter Laune sind wir dann am nächsten Morgen mit samt Gepäck
zum Busbahnhof gelaufen um endlich unseren Spa Tag anzutreten. Dort angekommen
fiel uns ein – vielleicht muss man den Shuttle im Voraus buchen! Homepage
gecheckt und ja klar „um Vorausbuchung wird gebeten“. Wie sollte es auch anders
sein, es war nur noch ein Platz frei! Und wieder war die Laune auf dem
Tiefpunkt. Das Zimmer welches wir für diese Nacht gebucht hatten, war natürlich
noch nicht frei. Also lungerten wir mit all unserem Gepäck und ohne Plan in
Christchurch rum. Das Wetter war auch nicht grad Bombe! Einzige Hoffnung – der
gebuchte Holidaypark hat einen Pool! Gut, dann liegen wir eben schön im
beheizten Pool und entspannen dort. So unsere Vorstellung. Gegen Mittag haben
wir dann den Bus zum Flughafen genommen. Hach ein tolles Gefühl! Dort wurden
wir von einem Shuttle zum Holidaypark gebracht. Das Zimmer war zum Glück schon
fertig . Schnell die Koffer abgestellt und ab zum Pool. Enttäuschung! Ein
kleines Becken mit Zaun drum. Das Wasser A…kalt! Was nun? Shoppen? Klar! An der
Rezeption trafen wir ein Glück jemanden, der auch gerade Richtung Mall wollte.
Wenigstens etwas Gutes! Am nächsten Tag sollte es dann mit dem Straybus
weitergehen. Wir hofften auf Besserung! Im Nachhinein war es schon echt lustig!
Typisch Backpacker halt. Was läuft hier schon so, wie mans plant?

Am 10. März gings dann vom Flughafen Christchurch nach
Kaikoura. Der Bus ist brechend voll. Wir hatten erwartet, dass es um diese
Jahreszeit nicht mehr so voll ist! Das Wetter war wieder bescheiden. Aus einer
Nacht Aufenthalt wurden zwei, als uns unsere lieben Kanadier vom Mt Cook
schrieben, dass sie am nächsten Tag auch in Kaikoura wären. Kaikoura ist ein
superschöner kleiner Fischerort an der Ostküste, bekannt für das Beobachten von
Delfinen und Walen und für seinen Crayfish – Langusten. Die bekommt man hier
für schlappe 80 Dollar im Restaurant. Für uns Backpacker leider etwas über dem
Budget. Wir sind ein wenig am Strand spazieren gegangen – superschön nach drei
Monaten nur Bergen. Am nächsten Tag kamen dann Mall und Riley an. Superfreude!!
Unser Busfahrer erzählte uns von einer Sealkolonie etwa 20 Minuten außerhalb.
Also nichts wie hin. Nach etwa 1 STUNDE Walk – es war ein schöner Walk muss man
sagen – die erste Robbe! Ein tolles Gefühl! Es war mal wieder etwas bewölkt,
daher waren nicht allzu viele Robben am Strand. Immerhin etwa 5. Und Man konnte
bis auf etwa 5 Meter ranschleichen. Das hat die gar nicht gejuckt. Auf dem
Rückweg dann – „sind das etwa Pinguine?“ . Mh nein, eher Vögel die echt aussehen
wie Pinguine, nur mit längerem Hals. Wir fanden, wir haben eine neue Spezie
entdeckt und tauften sie „Flenguins“ – flying penguins! Am Abend noch lecker
Pizza gegessen und in einem super Pub ein Weinchen getrunken und dann hieß es wieder Abschied nehmen von Mall und Riley!

Winke, winke Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Kaikoura Flenguins Kaikoura Kaikoura Esplanade Kaikoura Kaikoura Kaikoura

 

Nächster Stop – Picton.  Super schön und sogar das Wetter hat
mitgespielt. Picton ist hauptsächlich ein Durchreiseziel für Touristen, die mit
der Fähre von Wellington kommen. Ein malerischer Küstenort mit Palmen und
Strand. Leider hatten wir nicht genug Zeit um den Queen Charlotte Sound zu
erkunden. Aber das holen wir im Milford Sound nach. Unser Hostel nannte sich
TheVilla. Superschöne kleine Villa mit tollem Garten, Hängematten und Hotpool,
den wir natürlich wieder ausgiebig genutzt haben. Und wie Anni und ich so im
Hotpool sitzen, kommen noch drei andere Leute dazu und wir quatschen englisch
bis sich rausstellte – ja klar – alle sind aus Deutschland. Es ist echt
Wahnsinn wie viele Deutsche man hier trifft. Einerseits ganz lustig, andererseits
ein wenig schade, denn ich will ja mal was anderes kennenlernen.

 Picton Picton Gesellschaft beim Abendessen Garten im Hostel Picton Picton Picton Picton Picton Picton

Am nächsten Tag gings durch die Weinregion rund um
Marlborough Richtung Nelson. Kein offizieller Stop der Straytour aber wir
wollten ein paar Tage dort verbringen. Die Fahrt durch die Weinregion war
wunderschön. Die Südinsell hat einfach so viel mehr Grün als die Nordinsel.
Hier und dort mal ein Häuschen und ein paar Schafe oder Kühe. Wir stoppten zum
Wine Tasting an einem Weingut. Leider hatte ich zu der Zeit eine Erkältung, schon
meine zweite hier, und konnte daher nicht teilnehmen, weil ich sowieso nichts
geschmeckt hätte.  Nelson gilt als der
sonnigste Ort in Neuseeland mit 2700 Sonnenstunden im Jahr und wir waren daher
voller Zuversicht. Und was erwartete uns – natürlich Wolken. Trotzdem war es
angenehm warm. Unser Hostel war wieder ein Glücksgriff. Superschön gemacht, wie
ein Hotel eigentlich. Der Eigentümer soooo freundlich. Ein tolles vegetarisches
Restaurant mit Super Burger! Wir buchten uns für zwei Nächte ein. Es war schon
recht spät am Nachmittag, daher sind wir nur noch ein wenig durch die Stadt
geschlendert. Nelson ist im Kolonialstil erbaut und es gibt noch viele süße
kleine Häuser die daran erinnern. Endlich haben wir auch mal wieder ein
Starbucks entdeckt. Die sind auf der Südinsel sehr rar. Nelson hat auch ein
paar schöne Gärten die wir erkundet haben, den Queens Garden und den Japanese
Garden. Dann sahen wir ein Schild „Centre of New Zealand“. Wow, da mussten wir
hin! Wir nahmen uns den Walk für den nächsten Tag vor. Es ging durch einen
Botanischen Garten einen Hügel hinauf und dort angekommen zeigte ein Pfeil auf
einen Fleck auf dem Boden. Das ist also genau die Mitte Neuseelands. Nicht
wirklich. Eigentlich liegt er irgendwo weiter westlich im tiefsten Gestrüpp. Die
Aussicht war dafür atemberaubend. Man konnte bis rüber zum Abel Tasman NP
schauen.

Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson Nelson

 

Am 15.03. gings nun endlich Richtung Abel Tasman NP. Nachdem
viele unserer Arbeitskollegen so davon geschwärmt hatten und wir so viele tolle
Bilder gesehen hatten, war unsere Vorfreude riesig. Uuuund…wir hatten uns
vorgenommen dort unseren Skydive zu absolvieren! Unsere Unterkunft in Marahau nannte
sich „The Barns“ ( dt. Baracke o-O) und die Eigentümer begrüßten uns mit „ Kia
Ora Welcome to paradise“. Das hört sich doch gut an. Naja unter Paradies
versteht halt jeder was anderes. Wir waren in einem kleinen „Container“
untergebracht. Wieder ohne Strom, ohne Waschbecken. Nur zwei Betten. Dafür aber
30 Dollar verlangen. Die Steckdosen in der Küche waren natürlich sofort belegt.
Die Ausrede „Sorry, it is a Nationalpark“ musste wieder herhalten. Fürs
Wochenende war auch noch ein Sturm von der Westküste angesagt. Den Skydive
haben wir daher auf Dienstag 08.30 Uhr gebucht. Der nächste Bus fährt
Donnerstag, also durchhalten. Am Abend gönnten wir uns mit der Straygruppe,
laut unserem Fahrer „Snowflake“ den wohl besten Burger Neuseelands bei Fat Tui.
Er war wirklich nicht schlecht aber Ferg Burger in Queenstown ist eindeutig
besser.  Dennoch ein lustiger Abend.
Danach brauchten wir erst mal einen Verdauungsspaziergang. Im Licht der
Abendsonne am goldenen Sandstrand entlang. Herrlich! Der Blick aus dem Fenster
am nächsten Morgen enttäuschte. Es regnete in Strömen, die Ausläufer des
Sturms! Wir verbrachten den Tag mit Lesen und Film schauen! Was auch nicht lang
möglich war ohne Strom für den Laptop. Also schlafen. Wir wünschten uns beide
nach Hause. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau Marahau

Die nächsten Tage waren nicht sonderlich besser. Auch am Abend vor dem Skydive regnete es mal wieder und wir hatten schon die Hoffnung verloren. Das wird eh nichts bei dem Wetter.
Wir stellten den Wecker auf 07.30 Uhr und dachten uns wir schaun mal wie es
aussieht. Als der Wecker am nächsten Morgen klingelte war es bewölkt. Na klar.
Zumindest der Regen hatte gestoppt. Ich fiel zurück ins Bett. Als wir das
nächste Mal aufwachten war es 08.20 Uhr und die Sonne schien. Wir schauten uns
nur beide an ohne was zu sagen, sprangen aus dem Bett und ab zum Bad. OMG so
schnell war ich noch nie wach. Kaum Zähne geputzt und ein bisschen Wasser ins
Gesicht gespritzt wartete draußen auch schon der Shuttle zum Flugplatz. Wer
hätte schon damit gerechnet, dass es wirklich klappt. Auf dem Weg zum Flugplatz
schnell ne Banane gegessen und ab gings. Ich sagte noch zu Anni, bis wir in der
Luft sind dauerts eh noch 2 Stunden. Denkste! Angekommen, Formular ausgefüllt, Einführungsvideo,
Anzug an und ab in die Luft. Wow!! Die Sonne schien nur für uns! Der Flug war
schon atemberaubend! Aber ab dem Moment als ich in dieses Flugzeug gestiegen
bin, kann ich mich an kaum etwas erinnern. Alles passierte so wahnsinnig
schnell. Ich wusste nicht wo ich zuerst hinschauen soll! Es ist einfach
unbeschreiblich GEIL!!! Ich bin echt aus einem Flugzeug gesprungen – 13000
feet! Wenn ich das so schreibe, kann ich schonwieder nur grinsen! Ich würde es
glatt nochmal tun! Die DVD vom Flug gibt’s zu Hause! Das war ein super Start in
den Tag! Und kaum zurück, fing es wieder an zu regnen! Hatten wir ein Glück!
Sweet as!

 Endlich am letzten Tag vor der Abreise schien die Sonne! Der
Strand schimmerte gold, das Meer azurblau! Perfekt für eine Kayaktour. Meine
Güte, was man nicht alles beachten muss. Wusste nicht, dass man im Kayak
Pedalen zum Lenken hat. Aber Anni hat das gut gemanagt. Wir wollten eigentlich raus
auf Adele Island aber auf dem Weg hat uns ein einsamer Strand angelächelt. Also
dort angehalten. Es war traumhaft. So hatten wir uns den Abel Tasman
vorgestellt. Außer uns, ein paar Möwen und dem Kayak, keine Menschenseele.
Dafür haben wir auch schmerzende Oberarme am nächsten Tag in Kauf genommen.

 

Am nächsten Morgen gings früh los. Es war noch dunkel als
der Wecker klingelte. Man merkt schon, dass es Herbst wird. Als wir aufstanden
begrüßte uns der Morgen mit einem wunderschönen Sonnenaufgang! Der erste bis
jetzt! Na klar, denn sonst steh ich nicht so früh auf. Jeden Tag eine gute Tat
heißt es! Also pflanzten wir noch einen Baum im Nationalpark! Wir tauften ihn
„Basil the Bush“ ! Und weiter gings nach Blackball.

Wies dort so gelaufen ist, gibts im nächsten Eintrag.

xoxo & bis bald ...